Kaninchenernährung

Was dürfen Kaninchen fressen ? Die vollständige Liste

Gemüse, Salate, Kräuter, Wildpflanzen, Obst, Saaten — was wirklich in den Napf darf, wie viel davon und wie oft. Ein Nachschlagewerk für den Alltag, mit klaren Mengenangaben und ehrlichen Hinweisen.

Lesedauer
15 Minuten
Aktualisiert
April 2026
Geprüft von
grünhopper Redaktion

Die Frage steht hinter fast jedem Einkauf: Darf ich das meinem Kaninchen geben? Dieser Artikel beantwortet sie systematisch — sortiert nach Lebensmittel-Kategorien, mit klaren Mengenangaben und ehrlichen Differenzierungen. Was Kaninchen nicht fressen dürfen, behandelt der Schwesterartikel "Was dürfen Kaninchen nicht fressen?" ; giftige Pflanzen aus Garten und Natur findest du im Ratgeber zu giftigen Pflanzen .

Eine Vorbemerkung: Dieser Artikel ist ein Nachschlagewerk, kein Ernährungsplan. Den vollständigen Überblick zu Mengenverhältnissen, Heu-Anteil und Tagesrhythmus liefert der Pillar-Artikel "Kaninchen richtig ernähren" .

Fünf Faustregeln vorab

Bevor wir in die Lebensmittel-Listen einsteigen, fünf Regeln, die alle Detailfragen leichter machen:

  1. Heu ist die Hauptnahrung. Alles, was hier folgt, ist Ergänzung — nicht Ersatz. Heu muss jederzeit verfügbar sein.
  2. Vielfalt vor Menge. Drei verschiedene Sorten Frischfutter sind besser als eine große Portion einer einzigen Sorte.
  3. Faustregel für die Tagesmenge: etwa 100 Gramm Frischfutter pro Kilogramm Körpergewicht, verteilt auf zwei Portionen.
  4. Neue Lebensmittel langsam einführen. Beginne mit kleinen Mengen einer neuen Sorte und beobachte 1–2 Tage. Bei Durchfall oder Trägheit: pausieren.
  5. Jedes Tier ist individuell. Was eines Kaninchens Lieblingsfutter ist, lehnt das andere ab. Was eines verträgt, kann beim anderen Probleme machen. Beobachten ist immer Teil der Antwort.
Hochwertiges Aromaheu mit langen, grünen Halmen, sichtbaren Blüten und Kräuteranteilen
Heu ist nicht gleich Heu: Grüne Färbung, lange Halme und sichtbare Blüten- und Kräuteranteile zeigen Aromaheu, das ein Kaninchen wirklich gern und ausgiebig frisst.
Hinweis zu Bezeichnungen

Wir verwenden vier Kategorien für die Häufigkeit: Täglich (kann jeden Tag gegeben werden), Häufig (mehrmals pro Woche), Selten (1–2× pro Woche, kleine Mengen), In Maßen (gelegentlich, kleine Mengen, nicht für jedes Tier).

Gemüse — was geht, was geht weniger

Gemüse ist nach Heu der zweitwichtigste Bestandteil. Es liefert Vitamine, Mineralien, Wasser und Geschmacksvielfalt. Wichtig: nicht alle Gemüsesorten sind gleich. Wir teilen sie in drei Kategorien.

Täglich geeignet

Gemüse für die tägliche Fütterung
Lebensmittel Häufigkeit Hinweis
Möhre Täglich Wegen Zucker-Anteil nur in moderaten Mengen, nicht als Hauptbestandteil
Möhrengrün Täglich Sehr beliebt, gerne genommen, gut verträglich
Fenchelknolle Täglich Mit Grün, leicht verdauungsfördernd
Fenchelgrün Täglich Gerne als Beilage
Sellerie (Stange) Täglich Faserreich, gut für die Zähne
Selleriegrün Täglich Aromatisch, beliebt
Pastinake Täglich Mild, gut verträglich
Topinambur Häufig Auch das Grün ist verträglich, im Winter wertvoll
Stielmus / Rübstiel Häufig Sehr nahrhaft

Häufig, aber mit Augenmaß

Gemüse mehrmals pro Woche
Lebensmittel Häufigkeit Hinweis
Brokkoli (mit Strunk und Blättern) Häufig Kann Aufgasung verursachen, langsam einführen
Blumenkohl (mit Blättern) Häufig Wie Brokkoli — gut verträglich nach Eingewöhnung
Kohlrabi (Knolle und Blätter) Häufig Blätter sind nahrhafter als die Knolle
Paprika (rot, gelb, orange) Häufig Ohne Strunk und Kerne, keine grünen Stellen
Zucchini Häufig Wasserreich, gerne gefressen
Gurke Häufig Sehr wasserreich, in heißen Tagen ideal
Mangold Häufig Hoher Calcium-Anteil, bei Harngrieß meiden
Spinat Selten Wegen Oxalsäure und Calcium nicht zu oft
Rote Bete (mit Grün) Häufig Färbt den Urin rötlich — kein Grund zur Sorge
Steckrübe / Kohlrübe Häufig Gut verträglich, faserreich

Seltener oder mit Vorsicht

Gemüse 1–2× pro Woche, kleine Mengen
Lebensmittel Häufigkeit Hinweis
Kürbis Selten Kerne und Schale entfernen
Wirsing Selten Wie alle Kohlsorten: in größeren Mengen blähend
Weiß- und Rotkohl Selten Stark blähend, nur kleine Mengen
Grünkohl Selten Calciumreich, in Maßen
Pak Choi Selten Kohlgewächs, langsam einführen
Chinakohl Selten Wasserreich, Maß halten
Aubergine (nur reif!) Selten Unreife enthält Solanin — gefährlich

Tomaten ohne Strunk und ohne grüne Stellen können in kleinen Mengen gegeben werden. Tomatengrün ist giftig und gehört nicht in den Napf.

Salate — die Eisbergsalat-Falle

Salate sind ein wichtiger Bestandteil der Frischfütterung — aber nicht alle Salate sind gleichwertig. Eisbergsalat etwa besteht zu fast 96 % aus Wasser und enthält kaum Nährstoffe. Es füllt den Bauch, ohne wirklich zu nähren — und kann bei großen Mengen Durchfall auslösen.

Empfehlenswerte Salate

Salate für die Kaninchenernährung
Salat Häufigkeit Hinweis
Romana / Römersalat Täglich Knackig, nährstoffreicher als die meisten anderen Salate
Feldsalat Täglich Gut verträglich, gehaltvoll
Endivie Täglich Bitterstoffe regen die Verdauung an
Frisée Täglich Wie Endivie
Radicchio Häufig Bitterstoffe, gerne genommen
Rucola Häufig Senföle wirken anregend, in moderaten Mengen
Lollo Rosso / Bionda Häufig Etwas zarter als Romana
Postelein / Winterportulak Häufig Im Winter wertvoll
Eichblattsalat Häufig Mild, gut verträglich

Eher meiden

  • Eisbergsalat — zu wenig Nährstoffe, zu wasserreich, kann Durchfall verursachen
  • Kopfsalat (Buttersalat) — oft mit Nitratbelastung aus Treibhaus-Anbau, eher meiden
  • Industriell vorgewaschene Salatmischungen — können Chlor- oder Konservierungsmittel-Reste enthalten

Wenn du Salat einkaufst: Bio-Qualität bevorzugen, gründlich waschen, abtropfen lassen. Wer einen Garten hat, kann selbst anbauen — alle anderen brauchen eine verlässliche Quelle, die bei Frische und Herkunft nicht spart. Eine vorportionierte Salat-Kräuter-Frischekiste nimmt diese Arbeit ab und liefert wöchentlich eine getestete Mischung.

Eine Frischekiste mit ausgewählten Salaten und Küchenkräutern, ansprechend angerichtet
Eine durchdachte Frischfutter-Mischung aus Romana, Endivie, Feldsalat und frischen Kräutern liefert das, was Eisbergsalat nicht kann: echte Nährstoffe statt Wasser-Füllstoff.

Küchenkräuter

Frische Küchenkräuter sind kleine Aroma-Bomben und werden meist begeistert angenommen. Sie können täglich in kleinen Bündeln gegeben werden, oft auch als Topfpflanze auf dem Fensterbrett. Ein Bündel von 2–3 verschiedenen Kräutern pro Mahlzeit ist eine schöne Bereicherung.

Küchenkräuter für Kaninchen
Kraut Häufigkeit Hinweis
Basilikum Täglich Gerne genommen, gut verträglich
Petersilie Täglich Bei trächtigen Häsinnen meiden (wehenfördernd)
Dill Täglich Beruhigend für die Verdauung
Melisse / Zitronenmelisse Täglich Mild, beruhigend
Koriander Täglich Manche Tiere lieben es, andere lehnen ab
Kerbel Täglich Mild, anisartig
Estragon Häufig Aromatisch, in moderaten Mengen
Pfefferminze Häufig Verdauungsfördernd, bei Darmproblemen hilfreich
Salbei Selten Stark würzig, kleine Mengen
Thymian Selten Stark ätherisch, wenig auf einmal
Oregano Selten Würzig, kleine Mengen
Liebstöckel Selten Bei trächtigen Häsinnen meiden
Bohnenkraut Selten Gut verträglich in kleinen Mengen

Generell gilt: Je intensiver der Geschmack eines Krauts, desto kleiner die Portion. Ein paar Stängel reichen.

Wildkräuter und Wiesenpflanzen

Wildkräuter sind die Krone der Kaninchenernährung — sie kommen dem natürlichen Speiseplan am nächsten. Frisch gesammelt im Sommer oder als schonend getrocknete Wildkräutermischung für die kühle Jahreszeit, beides hat seinen Platz. Den ausführlichen Pflück-Guide mit Saisonkalender findest du im Ratgeber Wildkräuter sicher pflücken .

Kaninchen frisst frische Wildkräuter und Kohlblätter aus einem höhergestellten Futterkorb
Frische Wildkräuter aus erhöht angebrachtem Futterkorb — die natürliche Fresshaltung mit gestrecktem Hals entspricht dem Verhalten in freier Natur und fördert eine korrekte Zahnabnutzung.

Sichere Wildkräuter

Die wichtigsten sicheren Wildkräuter
Pflanze Häufigkeit Hinweis
Löwenzahn (Blatt, Blüte, Wurzel) Täglich Eines der wertvollsten Wildkräuter überhaupt
Spitzwegerich Täglich Entzündungshemmend, gut für die Atemwege
Breitwegerich Täglich Wie Spitzwegerich
Gänseblümchen (Blatt und Blüte) Täglich Sehr beliebt
Vogelmiere Täglich Gehaltvoll, gerne genommen
Brennnessel Täglich Vor dem Verfüttern getrocknet oder mind. 2 Std. angewelkt
Schafgarbe Häufig Aromatisch, würzig
Hirtentäschel Häufig Mild
Labkraut (Echtes oder Kletterndes) Häufig Wertvolle Wiesenpflanze
Knoblauchsrauke Häufig Mild, leicht knoblauchartig
Sauerampfer Selten Oxalsäurehaltig, kleine Mengen
Wiesenklee (Rotklee, Weißklee) Häufig Eiweißreich, in moderaten Mengen
Wiesengräser (verschiedene) Täglich Naturnahe Wiesenmischung ideal
Wilde Möhre (Blatt und Wurzel) Häufig Gehaltvoll
Beifuß Selten Würzig, kleine Mengen
Kamille (Echte) Selten Beruhigend

Beim Sammeln gelten zwei Regeln: Nur was du sicher erkennst , und nicht direkt am Wegesrand oder neben gespritzten Feldern . Mehr dazu im genannten Pflück-Guide.

Blätter und Zweige

Sichere Blätter und Zweige
Pflanze Häufigkeit Hinweis
Apfelbaum-Zweige und -Blätter Täglich Hervorragend zum Knabbern
Birnbaum-Zweige und -Blätter Täglich Wie Apfel
Haselnuss-Zweige und -Blätter Täglich Beliebt
Weidenzweige Täglich Beliebter Knabber-Klassiker
Birkenzweige Häufig Etwas härter
Maulbeerblätter Täglich Sehr nahrhaft
Himbeerblätter und -Zweige Täglich Leicht zusammenziehend, gut bei Durchfall
Brombeerblätter und -Zweige Täglich Wie Himbeere
Eichenrinde Häufig Adstringierend, in Maßen
Schonend getrocknete Wildkräutermischung mit erkennbaren Spitzwegerich-, Löwenzahn- und Brennnesselblättern
Wenn die Wiese ruht: Schonend getrocknete Wildkräuter behalten den Großteil ihres Nährwerts und schließen die Saison-Lücke zwischen Oktober und April.
Vorsicht bei Steinobst-Zweigen

Zweige von Kirsche, Pflaume, Pfirsich, Aprikose und Mandel enthalten Blausäure-Vorstufen und sind nicht geeignet . Bei Unsicherheit: nur die in der Tabelle gelisteten Sorten geben.

Obst — selten und in Maßen

Obst gehört zur Kategorie "Leckerli" — nicht zur täglichen Grundernährung. Der Grund: Obst enthält viel Fruchtzucker, der den Verdauungstrakt belasten und zu Übergewicht führen kann. Eine kleine Menge an 1–2 Tagen pro Woche ist ein schöner Akzent — mehr nicht.

Geeignete Obstsorten

Obst — kleine Mengen, 1–2× pro Woche
Lebensmittel Häufigkeit Hinweis
Apfel (ohne Kerngehäuse) Selten Klassiker, gerne genommen
Birne Selten Wie Apfel
Erdbeere Selten Auch das Grün ist verträglich
Himbeere Selten Frisch oder als Beere
Brombeere Selten Wie Himbeere
Heidelbeere Selten Antioxidantien-reich
Banane In Maßen Sehr zuckerhaltig, höchstens kleine Stücke
Melone (Wassermelone, Honigmelone) Selten Wasserreich, kleine Stücke
Pfirsich, Nektarine, Aprikose (entkernt) In Maßen Kerne immer entfernen
Kirsche (entkernt) In Maßen Kerne entfernen
Ananas In Maßen Sehr säurehaltig, kleine Stücke

Trockenobst — Rosinen, Datteln, getrocknete Banane — gehört nicht in die Kaninchenernährung. Der Zucker ist um ein Vielfaches konzentriert.

Saaten und Knabbereien

Saaten sind energiereich und werden oft als kleine Belohnung gereicht. Im Naturzustand fressen Wildkaninchen Saaten in geringen Mengen — vor allem bei der Aufzucht der Jungen oder im Winter. Für Hauskaninchen gelten daher klare Mengenobergrenzen.

Saaten und Körner
Saat Häufigkeit Hinweis
Sonnenblumenkerne (geschält oder mit Schale) In Maßen Energiereich, höchstens 5–10 Stück pro Tag
Leinsamen Häufig Verdauungsfördernd, eine Prise täglich
Sesam Selten Calciumhaltig, kleine Mengen
Hagebutten (getrocknet) Häufig Vitamin-C-reich, beliebt
Hanfsamen In Maßen Eiweißreich, kleine Mengen
Mariendistelsamen Selten Leberunterstützend
Buchweizen In Maßen Glutenfrei, in moderaten Mengen
Hirse In Maßen Glutenfrei, energiereich

Was ist mit Getreide?

Getreide — Hafer, Weizen, Mais, Gerste — gehört nicht zur Standard-Kaninchenernährung. Es kann in besonderen Lebenssituationen sinnvoll sein (Aufzucht, Außenhaltung im Winter, Rekonvaleszenz), ist aber für gesunde Hauskaninchen verzichtbar. Mehr dazu im Detail-Artikel "Getreidefreie Ernährung" .

Wasser

Frisches Wasser muss jederzeit verfügbar sein — täglich gewechselt, am besten in einem schweren Napf, der nicht umfallen kann. Eine Tränke ist ebenfalls möglich, allerdings trinken viele Kaninchen aus einem Napf bevorzugt, weil es ihrer natürlichen Trinkhaltung entspricht (Kopf nach unten).

Leitungswasser ist in Deutschland einwandfrei und besser geeignet als stilles Mineralwasser, das oft mineralreicher ist als nötig. Sprudelwasser ist nicht geeignet.

Bei Kaninchen, die hauptsächlich Frischfutter bekommen, ist der Trinkbedarf geringer — sie nehmen viel Wasser über Salate, Gurke, Frischkräuter auf. Trotzdem: immer Wasser bereitstellen.

Zusammenfassung — die Kurzversion

Wenn du nur fünf Punkte aus diesem Artikel mitnimmst:

  • Heu ist Hauptnahrung , alles andere ist Ergänzung.
  • Wildkräuter sind keine Beilage sondern die zweite Säule der Ernährung
  • Vielfalt statt Menge — drei verschiedene Sorten Frischfutter sind besser als eine große Portion einer Sorte.
  • Ca. 100 g Frischfutter pro kg Körpergewicht pro Tag, verteilt auf zwei Portionen.
  • Obst ist Leckerli , nicht Hauptnahrung — kleine Mengen, 1–2× pro Woche.
  • Eisbergsalat, Trockenobst, Brot haben in der Kaninchenernährung nichts verloren.

Was Kaninchen nicht fressen dürfen, behandelt der Schwesterartikel "Was dürfen Kaninchen nicht fressen?" . Für die akut giftigen Pflanzen — vor allem aus Garten und Natur — gibt es den Spezial-Ratgeber "Giftige Pflanzen für Kaninchen" .

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Hinweis: Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei konkreten Fragen zu deinem Tier — Allergien, Vorerkrankungen, besondere Lebensphasen — wende dich an eine:n auf Kaninchen spezialisierte:n Tierärztin/Tierarzt.